Die Kaufprämie für Elektroautos erzürnt Arnold Vaatz. Ihn erinnert das an DDR-Zeiten. Und an ein Märchen.

Es war einmal ein Müller, der prahlte in der Kneipe, seine Tochter könne Stroh zu Gold spinnen. Das hörte der König. Er ließ die Müllerstochter mit Stroh und  Spinnrad wegschließen und ihr ausrichten: Wenn dieses Stroh bis zum Morgen Gold sei, dann nähme er sie zur Frau. Andernfalls  müsse sie sterben.

Die Kombinatschefs der deutschen Autoindustrie sind eine ganze LPG aus prahlenden Müllern. Sie haben 2009 der Regierung eingeredet, sie seien in der Lage, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen zu bringen. Prompt wurde dieses erhabene Ziel ganz in der Tradition der im sozialistischen Lager bewährten Fünfjahrpläne regierungsamtlich vorgegeben. Die zahlreichen Skeptiker unter den Parlamentarier wurden unter der Euphorie-Woge dieses heroischen Beitrags zur Klimarettung begraben.

Aber die Jahre kamen und gingen und nun ist klar: Die E-Autos haben pro Akku-Ladung nur eine geringe Reichweite, bei Kälte wird es sogar noch schlimmer, sie schleppen sich mit enorm schweren und teuren Batterien ab, das Aufladen dauert nicht Minuten, wie beim Tanken eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor, sondern Stunden und bei alledem sind Elektroautos auch noch unverhältnismäßig teuer, schon ein Kleinwagen mit E-Motor unter der Haube kostet 30 000 Euro aufwärts. Kurz gesagt: sie sind Ladenhüter.

Anders als im obigen Märchen kommt nun die Regierung selbst ins Spiel. Sie zerrt hinter sich einen heiteren guten Bekannten aus dem Kulturgut der Volksmärchen: Den Goldesel namens Steuerzahler. Er soll per Kaufprämie die Ladenhüter billiger machen, damit sie leichter den Weg in private Garagen finden. Und die Regierung schützen: Vor dem Vorwurf, Schwätzern auf den Leim gegangen zu sein.

Aber angeblich geht es ja um die Umwelt. Nur: Die Million Elektroautos in Deutschland sind für das Weltklima folgenlos, besonders wenn sie ihren meist begüterten Besitzern nur als Zweitwagen dienen, mit dem man zum Brötchenholen fährt. Auch der auf den ersten Blick geringere CO2- Ausstoß entpuppt  sich bei näherem Hinsehen als eine Milchmädchenrechnung. Das Fraunhofer-Institut rechnet mit einem Mehraufwand von 0,9 kg Kupfer pro kW Motor- Leistung: Bei 70 kW sind das 63 kg Kupfer, die mit einem so enormem Energieaufwand  produziert werden müssen, das der  C02-Vorteil praktisch weg ist. Daneben brauchen E-Autos noch Lithium oder Neodym.

Im erwähnten Märchen kam im Augenblick der Ratlosigkeit ein kleines Männlein, das der Müllerstochter Hilfe anbot. Als Preis verlangte es das erste Kind der Königin, oder anders gesagt: Die Herrschaft über die nächste Generation. Für uns heißt   das: Wir ersparen unserer Wirtschaft den Wettbewerb, schläfern sie ein mit Subventionitis und hinterlassen sie so unseren Kindern.

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