Arnold Vaatz hält es für „frenetischen Fanatismus“, wenn Aktivisten fordern, unsere Gesellschaft und unsere Sprache müssten geschlechtsneutral werden
Dieser Tage las ich in dem Buch „Gendergaga“ von Birgit Kelle, in welchem Maße die „Genderideologie“ unserem Staat bereits in Fleisch und Blut übergegangen ist. Danach war mir klar: In den Augen der Gender-Ideologen ist es schon eine sexistische Lüge, wenn die Ärztin einer Schwangeren das Ultraschallbild mit den Worten erklärt: „Es wird ein Junge“ oder „Es wird ein Mädchen“. Denn nach der Gender-Ideologie sei das Geschlecht ja frei wählbar. Männer und Frauen, die ihr Geschlecht einfach so akzeptieren, wie es ist, bezeichnen sie als „Cis-Menschen“. Ihr Feindbild ist der weiße, heterosexuelle Mann. Also z.B. ich.
Da mich nun interessierte, ob denn unsere Einwanderer und Asylsuchenden dieses Gender-Koordinatensystem auch schon verinnerlicht haben, lud ich als Mitveranstalter Frau Kelle zu einem Diskussionsabend nach Dresden ein. Es kamen 300 Gäste. Kaum waren die ersten Worte gesprochen, erhob sich eine Handvoll Personen, den „äußeren Geschlechtsmerkmalen“ nach Frauen, und sorgten durch lautes Klatschen und Brüllen dafür, dass die Veranstaltung unterbrochen werden und die Polizei die Störer aus dem Raum bringen musste. Dann sprach Frau Kelle ruhig und sachlich zum Thema, aber immer wieder unterbrochen von unflätigem Gebrüll. Mir wurde klar, dass hier nichts anderes als ein mit frenetischem Fanatismus vorgetragener Kampf im Gange ist: Gegen die Grundlagen, denen wir alle unsere Existenz verdanken.
Ich habe vor sechs Jahren meinen Vater und vor sechs Wochen meine Mutter begraben müssen und bin unendlich dankbar dafür, dass sie dieses heute bekämpfte traditionelle Prinzip des Zusammenlebens zu dem ihren gemacht haben, dass sie die in vielleicht jeder Ehe manchmal hereinbrechende Hölle mit Besonnenheit und Lebenswillen überwunden haben. Und dass sie in allen ihren Entscheidungen immer auch die Lebenschancen für ihre Kinder in den Mittelpunkt ihres Strebens stellten. Ich sehe, wie wir heute statt des verfassungsgebotenen Schutzes von Ehe und Familie eine rastlose Betriebsamkeit zu deren Zerstörung entwickeln. Und ich empfinde Ekel gegenüber einem Staat, der schon bei Kindern im Alter meiner wunderbaren vier Enkelinnen versucht, deren natürliche, sich im familiären Umfeld und nach den Gesetzen der Biologie entwickelnde Sexualität nach ideologischen Vorgaben zu formatieren.
In diesem Zusammenhang empfinde ich großen Respekt vor allen Krippenerziehern, Kindergärtnerinnen und Grundschullehrern, die staatlich oktroyierte Gender- „Ratschläge“ auf den Müll werfen und weitermachen wie bisher.