SUPERillu-Kolumnist Arnold Vaatz, CDU, kritisiert den Umgang mit wilden Wölfen hierzulande

 

Das erste Wolfspaar ließ sich vor 17 Jahren in Sachsen nieder. Heute gibt es in Deutschland 60 Rudel, einige Paare und Einzeltiere. Insgesamt mehr als 600 Wölfe. Sie breiten sich widerstandslos aus. „Keine Angst! Vor dem Menschen reißt der Wolf aus!“, beschwichtigen die Wolfsfreunde aus ihren städtischen Biotopen heraus.

Na, mal sehen, sagt man auf dem Land, wann der erste angefressene Pilzsucher gefunden wird. Wo man sie nicht hindert, reißen die Wölfe mehr, als sie fressen können: Schafe, Kühe, Kälber. Erst kürzlich hat der Oberlausitzer Steinbockzüchter Johannes Kahl trotz hohen Schutzzauns sein viertes Tier durch Wolfsriss eingebüßt. Er hatte mal 13 Tiere, übrig blieb ein einziges. Nun gibt er die Zucht auf. Überall steigen die Kosten für Zäune und Herdenhunde. Deutschlandweit hat die Zahl der von Wölfen gerissenen Nutztiere die Tausendermarke überschritten.

Erregte die Wolfsschutzromantik früher mehrheitlich in den betroffenen Regionen nur Kopfschütteln, so ist es heute der helle Zorn. „Entnahmen“ (verhübschend für: Abschüsse) wären dringend erforderlich – schon um die Tiere auf Distanz zu halten. Aber Brüssel verbietet es. Nach der Fauna-Flora- Habitat- Richtlinie darf dem Wolf kein Haar gekrümmt werden. Das könnte man zwar ändern, aber dazu müssen 27 europäische Staaten Ja sagen – aussichtslos.

Da auch Tellereisen verboten sind, versuchen einige Länderverwaltungen gepolsterte und damit verletzungsfrei zuschnappende Fallen zu legalisieren und Ausnahmeregelungen zu bemühen, um notwendige Abschüsse zu ermöglichen. Aber jede behördliche Abschusserlaubnis wird sofort beklagt. Wer ohne Genehmigung einen Wolf schießt, begeht eine Straftat und muss mit bis zu fünf Jahren Haft rechnen (eine alte Oma zu berauben ist dagegen ein Kavaliersdelikt). Bis zu einem allgemeinen Verbot wolfsfeindlicher Märchen der Gebrüder Grimm – etwa „Die sieben Geißlein“ und „Rotkäppchen“ – oder einer feierlichen öffentlichen Verbrennung dieses volksverhetzenden Schrifttums scheint es nicht mehr recht weit zu sein.

Auf der Website des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND liest man – von mir etwas gekürzt: „Der Wolf verfügt über ein großes Ausbreitungspotenzial. So ist davon auszugehen, dass sich auch in den kommenden Jahren weitere Rudel in Deutschland ansiedeln – wenn man sie lässt. Wichtig ist dessen Akzeptanz und Toleranz durch die Bevölkerung, Nutztierhalter*innen und Jäger*innen.“ Nebenbei: „Der Wolf“? Muss es nicht Wölfinnen und Wölfe oder so ähnlich heißen? Wo bleibt das politisch korrekte BUND-Deutsch im Tierreich?

Also, liebe Bauern: Rücksicht auf Menschen und ihre Existenzgrundlagen ist Naturschutz von gestern. Das grüne Deutschland pfeift darauf.

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