Arnold Vaatz hält es für falsch, wenn Politiker sich weigern, in Fernseh-Debatten mit der AfD zu diskutieren

Die AfD ist – gemeinsam mit der Linken – die Putin-Partei. Und bevor ich nochmal russischer Untertan werde, wandere ich aus. Mit Familie. Auch wenn wir dann betteln müssen. Die ersten 35 Jahre meines Lebens genügen in dieser Hinsicht. Die AfD ist also nichts für mich. Aber ich bin Demokrat. Deshalb frage ich mich, wie sich unsere Demokratie im Geschiebe um die ElefantInnenrunden vor den nächsten Landtagswahlen widerspiegelt. Die AfD soll von der Debatte ausgeschlossen werden (so sind wir nicht einmal mit der SED umgesprungen, und die hatte uns immerhin 40 Jahre Demokratie geklaut und 27 Jahre eingesperrt). Scheinbar ducken sich Grüne und Rote ja, weil sie den Argumenten der AfD nicht gewachsen sind. Das stimmt zwar vermutlich sogar – doch es geht um viel „erhabenere“ Ziele.

Es geht um die unschuldige Liebe zur Macht. Weil die CDU da und dort stärkste Partei zu werden droht. Weil die stärkste Partei in einer Koalition den Koch und die kleinere den Kellner stellt. Und Rote und Grüne wollen nicht am Ende immer wieder Kellner werden. Deshalb lautet der Königsweg: Die Rettung kommt von der AfD. Sie schafft es vielleicht, von der CDU so viele Stimmen abzuzweigen, dass man selbst mit 25% noch stärkste Partei werden kann.

Der krummste Weg scheint ihnen dazu der geradeste. Der Skandal als taktische Waffe. Man organisiert einen – berechtigten – Aufschrei des Entsetzens gegen das  rotgrüne Mediendiktat. Einen Aufschrei gegen sich selbst. Da das eigene Klientel Naziklatschen mittels Maulkorb so richtig geil findet, bekommt man selbst wegen sowas keine Stimme weniger. Aber die CDU-Wähler laufen dagegen vielleicht solidarisch mit den Unrechtleidenden in Scharen zur AfD über. Und dann wandern die Gedanken der Genossen nach Berlin. Ins Kanzleramt. Die AfD macht’s möglich! Das ist nicht lustig. Es liegt in unserem Land zwar schon einiges im Argen. Aber man kann noch viel, viel mehr Karren in den Dreck fahren! Bis die Einwanderer uns meiden, ist der Weg zwar noch weit; aber Rot-Rot-Grün sagt sich: Wir schaffen das! Und alle wären am Ziel: Die Roten wären im Kanzleramt und die AfD wäre die Zuzügler los.

Man könnte dem aber vielleicht vorbeugen. Der europäische WächterInnenrat (ich hielte den gendergerechten Import dieser iranischstämmigen Vokabel für ein schönes Beispiel gelungener interkultureller Kommunikation) hat ja gerade die Polen am Wickel, weil die, wie es heißt, die Medienfreiheit in Europa demolieren. Könnten die nicht mal was für die Medienfreiheit in Deutschland tun?

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