Arnold Vaatz macht sich Gedanken über einen Nachfolger für Gauck

Die politischen Parteien in Deutschland suchen eine Person mit Strahlkraft – Strahlkraft bis weit hinein in das Lager des politischen Gegners. Wer wird Kandidat für das Bundespräsidentenamt? Joachim Gauck wird die Würde seines Amts bestimmt nicht beschädigt sehen, wenn ich zu dieser Frage eine satirische Vorschau wage:

SPD und FDP suchen eingedenk der goldenen sozialliberalen Jahre einen gemeinsamen Kandidaten. Aber den SPD-Sympathiebrocken Ralf Stegner wollen die Liberalen nicht, und Rainer Brüderle (FDP) fällt wegen seiner Vorliebe für Dirndl-Mode bei der SPD durch. Schließlich erwirkt man die Zusage eines Mannes von freier, unbürokratischer Gesinnung, eines erprobten Machers und Haudegens:  Allroundtalent Hartmut Mehdorn, der schon bei Erfolgsunternehmen wie der Deutschen Bahn AG, Air Berlin und dem Flughafen Berlin-Brandenburg ganze Arbeit leistete.

Ein vorschnell auf den Schild gehobener AfD-Kandidat namens Glaser wird von der russischen Botschaft als zu unpolitisch abgelehnt. Die AfD solle klar signalisieren: nein zur NATO, ja zu  Großrussland. Dies verkörpert niemand besser als Lothar de Maizière. Aber seine mutmaßlich fragwürdige Vergangenheit steht der Nominierung doch im Wege. Also kürt die AfD den „Deichgrafen“ Matthias Platzeck: Er soll die zugeschlagene Tür nach Russland wieder weit aufstoßen.

Für die Linkspartei steht Heiner Geißler in den Startlöchern. Aber er ziert sich. Er kokettiert so lange mit seinem vorgerückten Alter, bis es den Genossen zu bunt wird. Sie fragen daher den Kampf-Camper und Volkshelden von Idomeni, Norbert Blüm. Rüstig und streitbar, wie er ist, sagt er zu.

Zwischen die Kandidatinnen der Grünen, Claudia Roth, Bärbel Höhn und Renate Künast, schiebt sich zunächst kreischend die Kreissäge der grünen Streitkultur. Dann entsinnt man sich einer gewissen Alice Schwarzer. Unter Farbbeutelwürfen (wegen Schwarzers angeblicher Islamfeindlichkeit) wird sie mit drei Stimmen Mehrheit von den Grünen nominiert.

Weil CSU-Chef Horst Seehofer seinen Kandidaten Edmund Stoiber wegen unglücklicher Fernsehauftritte zurückzieht, ist der Weg zur Kandidatensuche auch für die CDU frei.

Da für den Bundespräsidenten sowieso ein Dienstwagen bereitsteht und es seit Papa Heuss den Amtsinhaber ziert,  wenn er einen guten Tropfen zu schätzen weiß, nominiert die CDU die lebensfrohe Exbischöfin Margot Käßmann. Sie hat bereits ihrer Kirche den Weg gebahnt: von der Theologie des Kreuzes zur Theologie der Windmühlen. Sie wird im Kampf gegen den islamistischen Terror den Waffen der Liebe den Weg bahnen, frei nach der Bergpredigt: Wird auf die Wange des Einen geschlagen, so halte auch die Wange des Anderen hin.

Satire aus: Könnte den Job bitte wer anders machen?

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