#64 | 28 Jahre Wiedervereinigung und Aufbau Ost: Was ist Ihre Bilanz?
11. Oktober 2018
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Der Text enthält viel Wahres, scharf und treffend formuliert. Er enthält aber auch zwei gesellschaftliche Krankeitserreger: Die pauschalisierenden Begriffe Ossi und Wessi. Sie führen weg vom Problem – weg von der Suche nach und Korrektur von systembedingten Fehlfunktionen der aktuellen Art von Marktwirtschaft, die verbindenden Gemeinsinn weniger befördert, als übertriebene Selbstverwirklichung und Individualisierung.
Mir scheint die Kolumne von Arnold Vaatz all zu sehr maßgeschneidert auf die Stammleserschaft der Super Illu zu sein. Der Spaltungsgedanke Ost/West zieht sich durch den gesamten Beitrag wie ein roter Faden. Die deutsche Einheit hatte sich einst auch SED-Chef Ulbricht auf die Fahne geschrieben, allerdings unter der Vorherrschaft Moskau’s. Gott sei Dank konnte das Unheil abgewendet werden. Auch die Westdeutschen mussten für die grausamen Auswüchse deutscher Geschichte bluten, sie taten es halt auf andere Weise, auch nicht selbst bestimmt sondern im Ergebnis der Verträge von Jalta und Potsdam.
Die Seele der Ostdeutschen am Kochen zu halten, darauf zielte die deutsche Medienlandschaft in Ost und West schon unmittelbar nach dem Mauerfall ab. Hielt man sich doch auf diese Art und Weise das Spaltpotential in der Gesellschaft jederzeit einsatzbereit. Zu spüren bekommen das jetzt alle Deutschen und die Mächte, die 1989/1990 von ihrer Vorherrschaft ein großes Stück abtreten mussten, freut es, denn nur so lässt sich die größte „geopolitische Katastrophe“ wieder ausbügeln.
Ich bin enttäuscht über die Sätze von Arnold Vaatz, bergen sie doch eine Menge Frust in sich.